Kurz vor seinem Tode schrieb Paul Gerhardt in seinem Testament u.a., daß er seinem Sohn Paul Friedrich an „irdischen Gütern wenig“ hinterlasse, was auch den Tatsachen entsprach. Paul Gerhardt hinterließ jedoch ein Erbe - seine Lieder -, das bis zum heutigen Tag überaus lebendig ist. Sie wurden in ungezählte Sprachen übersetzt und werden nach wie vor von Christen auf der ganzen Welt gesungen. Komponisten wie Johann Sebastian Bach oder Ernst Pepping haben sie zu Bestandteilen ihrer Werke gemacht.
Paul Gerhardt selbst tritt hinter sein Werk zurück. Sein Werk - seine Lieder - weisen immer wieder von ihm weg und auf die Bibel, auf Gottes Botschaft hin. Sie stehen bewußt in Korrespondenz zur Heiligen Schrift und versuchen, auf die biblische Botschaft zu antworten und sie zu konkretisieren.
Obwohl uns ein großer zeitlicher Abstand von der Entstehungszeit der Lieder Paul Gerhardts trennt, sind sie vielen Menschen in ihren Aussagen ganz nah; wir empfinden sie oft als gleichzeitig und wie für uns geschrieben. Freudig stimmen wir in Paul Gerhardts Gotteslob und Gottesdank ein oder lassen uns von ihm daran erinnern, daß unser Leben ein Geschenk Gottes ist und daß wir immer auf Gottes Gnade angewiesen sind.

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Bekenntnishaft formulierte Paul Gerhardt in seinem Lied
„Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich“:
„Der Grund, da ich mich gründe,
ist Christus und sein Blut,
Das machet, daß ich finde
Das ewge wahre Gut.
An mir und meinem Leben
Ist nichts auf dieser Erd,
Was Christus mir gegeben,
Das ist der Liebe wert.
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Sein Geist wohnt mir im Herzen,
Regiert mir meinen Sinn
Vertreibet Sorg und Schmerzen,
Nimmt allen Kummer hin,
Gibt Segen und Gedeihen
Dem, was er in mir schafft,
Hilft mir das Abba schreien
Aus aller meiner Kraft“. |
Ich wünsche dem vorliegenden Buch, das im Zeichen der Vorbereitungen auf den 400. Geburtstag von Paul Gerhardt im Jahre 2007 steht, und in dem auch einige Dokumente aus dem Leben von Paul Gerhardt erstmalig veröffentlicht sind, viele aufmerksame Leser.
Prof. Dr. Wolfgang Huber
Bischof der Evangelischen Kirche
in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
und Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland
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